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Bildung20.12.2013

MAßGESCHNEIDERTE STUDIENGÄNGE FÜR BERUFSTÄTIGE

AKADEMISCHE WEITERBILDUNG

Akademische Weiterbildung (Foto: Timo Volz, Mannheim)

Austausch und Projektbesprechung unter Kollegen gehört zum Konzept der Weiterbildung am IWP (v. l. n. r.): Christoph Heiliger

Das Institut für wissenschaftliche Weiterbildung und Personalentwicklung bietet für bestimmte Berufsgruppen maßgefertigte Ausbildungen und garantiert damit maximale Praxisnähe und organisatorische Passgenauigkeit.

Wer in seinem Beruf angekommen ist, hat noch lange nicht ausgelernt. Denn Wissen stagniert nicht. Der Bedarf, sich weiterzuqualifizieren, ist hoch. Das Institut für wissenschaftliche Weiterbildung und Personalentwicklung (IWP) ist Teil der SRH Hochschule Heidelberg. Es konzipiert und organisiert Weiterbildungsmaßnahmen auf Hochschulniveau in Kooperation mit Fakultäten, externen Weiterbildungsträgern und Kundenunternehmen. Wesentliche Kompetenz­bereiche sind Personalmanagement, Management und Führung, soziale Dienstleistung, Qualitäts- und Risikomanagement und Sicherheitsmanagement.

Nehmen wir das Beispiel Sicherheitsmanagement. Fußball ist nicht erst seit dem „Sommermärchen 2006“ eine Massenveranstaltung. Damit 22 Mann auf dem Rasen ein spannendes, ungestörtes Spiel liefern können, bedarf es eines ausgeklügelten Systems, um Sicherheit für alle zu garantieren. Ob Regionalliga oder Erste Bundesliga, die Fragestellungen sind ähnlich und variieren hinsichtlich der konkreten Situation vor Ort. 

Kai Ruben ist einer der Absolventen des Kontaktstudiums Sicherheitsmanagement im Fußball, das in sieben Präsenzmodule gegliedert ist und durch Studienbriefe ergänzt wird. Es befähigt die Studenten, in ihren Vereinen Sicherheitsrisiken zu erkennen und Konzepte zur Gewalt- und Risikoprävention zu entwickeln und umzusetzen. Kai Ruben ist Sicherheitsbeauftragter beim Traditionsverein Borussia Dortmund. Die Anforderungen an Vereine bei der Durchführung von Veranstaltungen haben sich gewandelt. Die Fanlandschaft hat sich verändert, wie er feststellt. Heute reisen beispiels­weise Anhänger der Borussen im vierstelligen Bereich den Kickern zu Auswärtsspielen nach. Die Vereine müssen für die passende Infrastruktur und die Sicherheit sorgen. Dies ist nicht nur eine Frage der Organisation, sondern auch des Rechts. Welche Verbote beispielsweise ausgesprochen werden dürfen, interessiert nicht nur ihn unter den Teil­nehmern des Kontaktstudiums. Der geschützte Rahmen der kleinen Gruppe von maximal 16 Teilnehmern unterstützt dabei den intensiven Austausch. Als Abschlussarbeit hat Kai Ruben eine Sicherheitsanalyse seines Vereins geschrieben und darin zehn Punkte erarbeitet. „Sechs davon haben wir mittlerweile umgesetzt“, erklärt er zufrieden. Zum Beispiel die Modernisierung der Kameraüberwachung und optimalere Abdeckung im Stadion. „Das ermöglicht eine bessere Analyse kritischer Situationen und ist Basis für künftige Planungen“, erklärt der zertifizierte Sicherheitsmanager. Eine Weiterbildung mit Nachhaltigkeit. Dafür sorgen auch Nachtreffen, bei denen interne Fragestellungen diskutiert und neue Lösungsansätze gemeinsam überlegt werden. 

Andreas Stahl schließt im derzeitigen Ausbildungsgang gerade sein zweites Präsenzmodul ab. Als zentralen Vorteil nennt er „die vielen konkreten Praxisbeispiele, anhand derer wir alle relevanten Themen erarbeiten“. Er ist Sicherheitsbeauftragter der Spielvereinigung Greuther Fürth. Als sein Verein vor wenigen Jahren für eine Saison in die Erste Bundesliga aufgestiegen war, warf das damit verbundene gesteigerte Interesse von Fans wie Medien eine Reihe von Fragen auf rund um Recht, Kommunikation und neue bauliche Anfor­derungen. Themen, die alle im Kontaktstudium abgedeckt sind. Auch seine Stuttgarter Kollegin Dagmar Schütter schätzt den Praxisbezug der Ausbildung. „Die Analyse von konkreten Großveranstaltungen von der geografischen Situation über Planung und Genehmigung bis zur realen Veranstaltung ermöglicht den Vergleich: Wie machen wir das selbst vor Ort?“, erläutert die Leiterin Organisation und Spielbetrieb, die in Sachen Sicherheit reichlich Erfahrung mitbringt. Sie begleitet den VfB Stuttgart bereits seit elf Jahren in dieser Position und ist berufsbedingt viel unterwegs. „Am IWP wird praxisrelevantes Wissen kompakt vermittelt – und dies eingepasst in den laufenden Spielbetrieb. Für uns Berufstätige die ideale Kombination“, ergänzt sie überzeugt. 

Mittlerweile findet das Kontaktstudium zum vierten Mal statt, das das IWP gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball-Liga entwickelte. Jetzt wird das erfolgreiche Konzept auf weitere Sportarten angepasst. Auch Veranstalter anderer Großereignisse müssen ähnliche Herausforderungen meistern. „Deshalb werden wir die Ausbildung zum zertifizierten Sicherheitsmanager 2014 auch für den Bereich der Eventveranstalter anbieten“, erklärt Professor Dr. phil. ­Michael Nagy, Leiter des IWP. 

Der Erfolg der akademischen Weiterbildung am IWP lässt sich auch in Zahlen messen. Der Umsatz stieg von 60.000 Euro in 2005 auf 500.000 Euro in 2012 – eine Steigerung von 800 Prozent in sieben Jahren, und das Wachstum soll weitergehen. Professor Nagy will die Zahl der Studenten von derzeit 175 bis 2017 auf 350 ausbauen. Dafür sollen weitere akkreditierte Masterstudiengänge sorgen sowie insgesamt 15 institutionelle Auftraggeber für Kontaktstudien. Die Vision 2017 umfasst noch ein weiteres Ziel: die Gründung einer Graduate School für berufstätige Akademiker und beispielsweise Alumnis. Die Vor­bereitungen sind bereits angelaufen.

Iki Kühn

WEITERBILDUNG

Das IWP konzipiert praxisnahe und kompakte Studiengänge, Seminare und Trainings, die alle berufsbegleitend angeboten werden. 

  • Bachelor:

Wirtschaftspsychologie, Schwerpunkt Personaldienstleistungen.

  • Master am IWP

Management & Leadership

  • Kontaktstudien:

Führungskräfteentwicklung,

Personalmanagement,

Qualitätsmanagement,

Sicherheitsmanagement,

Coaching und Mediation.

  • Kooperationen: 

FORUM Institut für Management GmbH,

Führungsakademie BW,

Malik Management St. Gallen,

Deutsche Gesellschaft für 

Qualität.