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Für die Zukunft gerüstet

Wie eine gute medizinische Versorgung auf dem Land aussehen kann, zeigt das SRH Krankenhaus Oberndorf am Neckar. Die hochmoderne Klinik erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz. 

In Zeiten knapper kommunaler Kassen kämpfen viele Krankenhäuser im ländlichen Raum ums Überleben. Viele stellen den Betrieb ganz ein. Die SRH Klinik im schwäbischen Oberndorf ist bewusst den umgekehrten Weg gegangen. Es wurde in den vergangenen drei Jahren kräftig saniert, umgebaut, erweitert, modernisiert. Im September war es dann so weit: Die Runderneuerung ist gelungen. „Wir haben hier eine Modellklinik für den ländlichen Raum geschaffen“, stellte Prof. Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender der SRH Holding, bei der feierlichen Einweihung fest. Seit 2011 gehört das einst städtische Krankenhaus zur SRH. Die Stiftung hat, gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg, 25 Millionen Euro in die Generalsanierung investiert. 

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die einstigen Backstein-Flure sind weiß gestrichenen, lichtdurchfluteten Gängen gewichen. Alle vier Bettenhäuser der Klinik wurden grundsaniert. Den Patienten stehen nun moderne Zweibettzimmer mit Dusche zur Verfügung. Für die Kurzzeitpflege gibt es jetzt 18 statt bislang neun Plätze. Die Zentrale Aufnahme wurde neu konzipiert. Gleich nebenan finden sich nun ein zusätzlicher Operationsraum sowie ein neuer Computertomograf mit direkter Diagnose-Anbindung an die Universitätsklinik Tübingen, um Notfallpatienten noch besser behandeln zu können. Um den Energiebedarf der Klinik umweltbewusst und kosteneffizient zu decken, wird künftig die Abwärme eines Blockheizkraftwerks genutzt, um Warmwasser und Heizwärme zu erzeugen. Absorptionskälte wird für Klimaanlagen und Kühlräume verwendet. 

„Wir sind froh, dass der hiesige Krankenhausstandort nicht nur erhalten, sondern den modernsten Gegebenheiten angepasst werden konnte“, sagt Klinik-Geschäftsführer Harald Glatthaar. „Bürgermeister aus anderen Gemeinden kommen schon nach Oberndorf, um sich über das Konzept zu informieren.“ Dass der Entschluss gegen einen kommunalen Krankenhausverbund und für ein Zusammengehen mit der SRH ein guter war, zeigt die Entwicklung der Klinik: So ist die Patientenzahl trotz baubedingter Einschränkungen seit 2011 um 15 Prozent, der Umsatz um fast 20 Prozent gestiegen. War das Betriebsergebnis 2011 noch leicht negativ, liegt es nun bei 650.000 Euro. „Das sichert die Zukunft des Krankenhauses und sorgt für sichere Arbeitsplätze“, sagt der Klinikchef.

Von Julian Kerkhoff

Das SRH Krankenhaus Oberndorf ist eine von derzeit zehn Akutkliniken der SRH in Deutschland. Das Haus verfügt über die Fachbereiche Innere Medizin, Chirurgie sowie Unfall-, Gefäß- und Viszeralchirurgie und Anästhesie. Mit ihren 120 Betten und 270 Mitarbeitern versorgt die Klinik pro Jahr 6.000 stationäre und fast 10.000 ambulante Patienten. Für die Kurzzeitpflege stehen 18 Plätze be­reit. In der angeschlossenen Schule für Gesundheits- und Krankenpflege wird der Pflegenachwuchs ausge­bildet. Zudem verfügt die Klinik über einen eigenen Notarztstandort mit über 800 Einsätzen pro Jahr. 

www.krankenhaus-oberndorf.de