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Gesundheit16.09.2013

Aus- und Weiterbildung an den SRH Kliniken

Qualität kommt von Qualifikation

Auszubildende und Team am Schreibtisch (Foto: Timo Volz)

Einweisung der Auszubildenden vor der Übernahme der urologischen Station am SRH Wald-Klinikum Gera – v. l.: Saskia Nörenberg, Lehrerin; Maria Zirnstein, Auszubildende; Claudia Fröhlich, Ausbildungsverantwortliche am SRH Wald-Klinikum Gera; Jonny Roensch, Auszubildender; Christine Buchheim, Praxisanleiterin.

Geht es um die Versorgung der Patienten, kommt es in erster Linie auf das medizinische Fachwissen und die Fürsorge von Ärzten und Pflegekräften an. Deshalb ist die Qualifikation der Mitarbeiter ein entscheidendes Kriterium für die Güte eines Krankenhauses. Die Basis dafür sind spezielle Aus- und Weiterbildungskonzepte an den SRH Kliniken. Im Folgenden stellen wir einige Beispiele vor.

Gera, sechs Uhr morgens. Auf der Station Walter Gropius am SRH Wald-Klinikum Gera herrscht schon Hochbetrieb. Für die Patienten dort beginnt der Tag früh, ebenso für das Personal. Doch während sonst die Abläufe selbstverständlich sind, wird heute jeder Handgriff hinterfragt. „Heute ist kein Tag wie jeder andere“, sagt Pflegeschülerin Maria Zirnstein. Gemeinsam mit neun Mitschülern im dritten Ausbildungsjahr hat sie auf der urologischen Station für vier Tage das Zepter übernommen. „Ich bin jetzt die Stationsleiterin“, sagt die 22-Jährige und eilt geschwind davon. In ihrer neuen Rolle hat sie jede Menge zu organisieren: Wer pflegt welche Patienten? Sind alle Infusionen vorbereitet? Sind alle Medikamente korrekt bereitgestellt? Wird alles lückenlos dokumentiert? Etliche Fragen sind zu klären, und die Zeit drängt. Denn es geht nicht nur um die Patientenversorgung, sondern auch um planerische Aspekte. So haben die Schüler beispielsweise den Dienstplan selbst erarbeitet und festgelegt, wer Früh- und Spätdienst übernimmt. Gleichzeitig müssen sie jederzeit den Patienten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. 

„Die Auszubildenden tragen eine hohe Verantwortung, werden damit aber natürlich nicht alleingelassen“, betont Christine Buchheim, Praxisanleiterin am Geraer Klinikum. Sie und die Lehrer sind im Hintergrund dabei und schauen den Nachwuchskräften stets über die Schulter. „Das Ziel ist aber ein größtmögliches Maß an Eigenverantwortung“, sagt Christine Buchheim. 

Die Strategie geht auf

Gezielte Mitarbeiterqualifikation zahlt sich gleich mehrfach aus. Sie ist der Schlüssel zum Erfolg eines Unternehmens. Denn nur so können Arbeitnehmer die sich stetig verändernden Herausforderungen erfolgreich bewältigen. Zudem beweisen Arbeitgeber mit gezielten Weiterbildungsangeboten Wertschätzung und fördern Teamgeist, Engagement und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Das Beispiel SRH belegt das. „In der Ausbildung liegt unsere Zukunft“, sagt Christoph Wurst, der am SRH Zentralklinikum Suhl für die Personalentwicklung zuständig ist. Seiner Meinung nach habe das Klinikum in den letzten Jahren die pflegerische Fachkompetenz durch verschiedene Weiterbildungen deutlich erhöht und gleichzeitig die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesteigert. 

Die Resultate dieser Qualitätspolitik schildert Marian Horsky, Personalleiter am SRH Wald-Klinikum Gera: „Seit 2011 konnten wir alle Arzt- und Pflegestellen besetzen, da junge Ärzte und Pflegende bei uns im Hause gezielt gefördert und gefordert werden. Das spricht sich herum und ist unser stärkstes Instrument im Rahmen der Personalgewinnung. Für den härter werdenden Wettbewerb in unserer Region um die besten Köpfe sind wir somit gut aufgestellt.“

Dass diese Strategie aufgeht, belegen auch unabhängige Experten. So zählt das Heidelberger Bildungs- und Gesundheitsunternehmen zu den Top-Arbeitgebern in Deutschland. Das hat die Zeitschrift Focus in einer aktuell erschienenen Studie herausgefunden. Die SRH wurde dabei gleich zweimal ausgezeichnet: als „TOP Arbeitgeber 2013“ und als „TOP Arbeitgeber 2013 für die Branche Gesundheit und Soziales“. 

Mehr Selbstständigkeit vermitteln

Frauen an Tafel (Foto: Timo Volz)

„Fachliteratur zu studieren gehört dazu“, erklärt Christine Thiel (r.), Leiterin des Literaturrechercheprojekts am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach.

Seit 2006 läuft am Wald-Klinikum das Projekt Schülerstation. „Es entstand in enger Zusammenarbeit mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik“, erinnern sich die Lehrerin Saskia Nörenberg und Claudia Fröhlich, Ausbildungsverantwortliche am SRH Wald-Klinikum. Es soll vor allem mehr Selbstständigkeit vermitteln und Theorie und Praxis noch enger verzahnen. „Die Schülerstation ist eine super Gelegenheit, bei der wir uns gezielt auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereiten können“, sagt Pflegeschüler Jonny Roensch. 

Denn auch nach zweieinhalb Jahren Theorie büffeln und regelmäßigen Einsätzen auf unterschiedlichen Stationen des Klinikums gibt es immer noch Dinge, die neu für die Auszu-bildenden sind und die sie verbessern können. „Besonders im administrativen Bereich habe ich viel dazugelernt“, erklärt der angehende Krankenpfleger. Er ist sicher, dass ihn dies nicht nur im Examen weiterbringt, sondern auch hinterher im Klinikalltag. Die Schülerstation am Geraer Wald-Klinikum ist das beste Beispiel für ein modernes Aus- und Weiterbildungskonzept. Es stellt sicher, dass die Mitarbeiter nach modernsten Standards arbeiten und die Kliniken so den stetig steigenden Ansprüchen in der Patientenversorgung gerecht werden. Aber nicht nur das: Gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten gelten als wichtige Kriterien, um Mitarbeiter an die Klinik zu binden und sie für neue Mitarbeiter attraktiv zu machen.

Wissenschaft, die Wissen schafft

Von den hervorragenden Qualifikationsmöglichkeiten an den SRH Kliniken profitiert auch Boris Wrazidlo. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sich in der Ausbildung Gelerntes später als äußerst nützlich erweist. Der Krankenpflegeschüler vom SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach hat im vergangenen Jahr an einem fünfmonatigen Literaturrechercheprojekt teilgenommen. „Im alltäglichen Routinebetrieb ist manch ‚alter Hase‘ glücklich, einen jungen Kollegen an der Seite zu haben, der sich mit der Suche und Auswertung wissenschaftlicher Quellen schneller und besser zurechtfindet“, erzählt er. Dass die Auszubildenden darin so fit sind, liegt vornehmlich an dem seit 2009 stattfindenden Projekt. Dabei lernen die Auszubildenden, Fachliteratur zu studieren und die erlernten flegewissenschaftlichen Grundlagen in ihre Arbeit am Klinikum zu integrieren. „Das bedeutet nicht, dass die Schüler selbst forschen, aber sie sollen nach empirischen Erkenntnissen arbeiten“, verdeutlicht Projektleiterin Christine Thiel. Dies könne dazu beitragen, dass die angehenden Krankenschwestern und -pfleger ihre Patienten noch besser und effektiver pflegen. 

In der Vorbereitung erhalten die Auszubildenden daher zunächst einen Überblick bezüglich Pflegewissenschaft und -forschung. Danach geht es los: Die Projektleiterin sammelt und bündelt die Themen, die für einzelne Pflegestationen wichtig sind und die von diesen Stationen auch vorgeschlagen werden. „Somit setzen sich die Schüler bereits während der Ausbildung mit Fragen auseinander, die ausgesprochen relevant für die Praxis sind“, erklärt Christine Thiel. Ist der Themenplan fertig, werden die Aufgaben verteilt. Die Arbeit beginnt. In Kleingruppen aus drei bis fünf Personen sollen die Schüler wissenschaftlich fundierte Literatur zu ihrem Thema suchen, darüber eine Hausarbeit schreiben und die zentralen Inhalte anschließend präsentieren. „Damit haben wir uns anfangs ziemlich schwergetan. Zu unserem Thema gab es sehr wenig Literatur und kaum Studien im deutschsprachigen Raum“, erinnert sich Boris Wrazidlo. Dank Unterstützung der Lehrer seien sie aber schnell auf die richtige Spur gekommen. „Das Feedback der Dozenten sowie der eigenen Projektkollegen war durchweg gut. Und auch die Benotung der Arbeit war für uns eine kleine Überraschung – im positiven Sinne“, sagt der angehende Krankenpfleger stolz. 

Wille zur Weiterbildung

Vorbereitung von Infusionen (Foto: Timo Volz)

Das Vorbereiten von Infusionen ist eine von vielen wichtigen Aufgaben der Pflegekräfte.

Zu einem erfolgreichen Aus- und Weiterbildungskonzept tragen aber nicht nur gute Schulungsangebote bei, sondern auch motivierte Mitarbeiter, die immer dazulernen wollen. Wie am SRH Zentralklinikum Suhl, wo kürzlich mehrere examinierte Pflegefachkräfte an der zertifizierten Weiterbildung zur algesiologischen Fachassistenz teilnahmen. Und zwar aus eigenem Antrieb. „Das hat man der Gruppe deutlich angemerkt“, berichtet Carsten Harmuth. „Jeder war motiviert, und der Spaßfaktor stimmte auch.“ Die Teilnehmer erhielten in der gut 40-stündigen Ausbildung nach den Vorgaben der Deutschen Schmerzgesellschaft Einblicke in das komplexe Thema Schmerztherapie, deren Spektrum vom Akutschmerzdienst bis zur Versorgung chronischer Schmerzpatienten reicht. „Wir sind nun für unsere neue Aufgabe gut gerüstet“, versichert Carsten Harmuth. Denn die algesiologischen Fachassistenten werden künftig Anlaufstelle für die Schmerzpatienten sein. 

Zusatzqualifikation als Karrieresprung

Gut gerüstet für ihre zukünftigen Aufgaben fühlen sich auch die Krankenschwestern und -pfleger am SRH Fachkrankenhaus Neresheim, die vor Kurzem am Praxisanleiterkurs teilnahmen. Zu ihren Aufgaben gehört es, Auszubildende, Praktikanten, Hospitanten und neue Mitarbeiter gezielt und strukturiert anzuleiten. „Diese Zusatzqualifikation ist sehr gefragt. Schließlich stellt sie eine weitere Karrierestufe für die einzelne Pflegekraft dar“, erläutert Ingeborg Ramin, Pflegedienstleitung im SRH Fachkrankenhaus Neresheim. Dadurch sei zudem gewährleistet, dass auch in Zukunft hoch qualifizierte Pflegekräfte die Patienten versorgen. Das ist wichtig. Denn den immer weiter steigenden fachlichen Anforderungen einer modernen Klinik können die Einrichtungen nur durch ausgezeichnete Ausbildung und beständige Fort- und Weiterbildung der angestellten Mitarbeiter begegnen. Das gilt letztlich nicht nur für Neresheim, sondern für alle SRH Kliniken. Als Bildungs- und Gesundheitsdienstleister verfügt die SRH dafür über beste Voraussetzungen.

Susan Bohle

SRH Kliniken GmbH

Mittlerweile prägen sieben Kliniken das Gesicht unseres Unternehmens. Jede Klinik hat ihre eigenen Schwerpunkte und besondere Stärken, und jede ist fest in ihrer Region verankert.