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Bildung05.06.2013

Stephen-Hawking-Schule glänzt beim Bundesfinale in Berlin

SO SEHEN SIEGER AUS

Gruppenbild (Foto: Timo Volz)

Vordere Reihe, v. l.: Maximilian Mengert, Annika Sonnleitner, Animona Delija, Sebastian Holzheu; 2. Reihe v. l.: Nikolaj Immel, Marc Schmitz, Nicolas Wetchy; 3. Reihe v. l.: Barbara Dau, Verena Leutz, Arne Busch, Monika Stephan

Auch beim Bundesschulwettbewerb „Jugend trainiert für Paralympics“ gilt: Dabei sein ist alles! Gewinnen wollten die Rollstuhlbasketballer und Tischtennisspieler der SRH Stephen-Hawking-Schule Neckargemünd trotzdem – und kämpften sich sogar bis ins Finale.

 „Ultraknapp war es und megaspannend.“ Rollstuhlbasketballer Sebastian Holzheu ist in Gedanken immer noch beim Spiel. Kein Wunder, hatte sein Team Ende April beim bundesweiten Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Paralympics“ (JTFP) in Berlin doch ein echtes Herz- schlagfinale bestritten. Letztlich verpassten die Schüler der Stephen-Hawking-Schule Neckar- gemünd zwar in der letzten Spielminute den Sieg, doch die denkbar knappe 10:12-Niederlage gegen die nordrhein-westfälische Konkurrenz ist für Sebastian und seine Mitspieler zweitrangig: „Das Gefühl, in einer Halle vor mehr als 2.000 Zuschauern als Team zu bestehen, ist einfach unbeschreiblich“, meinen Sebastian Holzheu und Animona Delija unisono. 

Das überrascht nicht, kam doch das Berliner Finale beinahe an die Atmosphäre eines NBA- Spieles heran: Nach jedem Korberfolg brach frenetischer Jubel aus, Klatschmärsche und musikalische Einspielungen machten das Endspiel für Sportler und Publikum zu einem unvergesslichen Erlebnis. Auch die anschließende Abschlussveranstaltung hinterließ bleibende Eindrücke: Hochkarätige Showacts und emotionale Siegerehrungen wechselten sich ab, nach rund zwei Stunden endete der Ehrungsmarathon in einer Disco.

 

Bundesfinale in Berlin (Foto:Timo Volz)

Sebastian Holzheu dribbelt und nimmt den Korb ins Visier.

Zweifacher Medaillenregen

Die Schüler der SRH Stephen-Hawking-Schule Neckargemünd waren bereits zum zweiten Mal bei „Jugend trainiert für Paralympics“ dabei. Das Pro- jekt steht unter der Schirmherrschaft von Bundes- präsident Joachim Gauck und führt seit 2010 Schüler mit Behinderung bundesweit zusammen. In diesem Jahr wurden die JTFP-Endspiele erstmals zeitgleich mit dem Wettbewerbsfinale „Jugend trainiert für Olympia“ (JTFO) ausgetragen. Insgesamt reisten dazu 2.855 Schülerinnen und Schüler sowie deren Betreuer nach Berlin, rund 150 der Teilnehmer bestritten den paralympischen Nachwuchswettbewerb. Die Neckargemünder Schüler vertraten das Bundesland Baden-Württemberg – und zwar hervorragend. Denn die Schule punktete nicht nur beim Rollstuhlbasket- ball. Auch das Tischtennisteam kam aufs Siegertreppchen und holte die Bronzemedaille ins Ländle. 

„Es ist beeindruckend, welche Fortschritte beide Mannschaften in den vergangenen Monaten gemacht haben“, lobt Sportlehrerin Verena Leutz. Schließlich hatten die Rollstuhlbasketballer im vergangenen Jahr noch im Mittelfeld gekämpft, und auch die Tischtennisspieler verbesserten sich enorm. „Und das, obwohl unser Team das einzige war, in dem auch ein Rollstuhlfahrer spielte“, sagen Tischtennisspieler Dominik Krüger und Oliver Böhle stolz. 

Nach Einschätzung von Verena Leutz ist der Neckargemünder Siegeszug auf regelmäßiges Training, aber auch auf die konsequente Unterstützung durch die Schule zurückzuführen. Sie stellt nicht nur Sportrollis, Ausrüstung und Mannschaftstrikots, sondern hat auch das Trainingsangebot für die Nachwuchssportler intensiviert. Wurden Basketball und Tischtennis früher nur als Arbeitsgemeinschaften angeboten, sind die Sportarten inzwischen fester Bestandteil des Sportunterrichts. Darüber hinaus besuchen die Basketballer alle sechs Wochen einen Tag lang die sogenannten Tryouts des Deutschen Rollstuhl Sportverbandes. „Alles, was uns Jugendnationaltrainer Marco Hopp dabei vermittelt, bauen wir in unser Trainingsprogramm ein“, erklärt die Päda- gogin. Demnächst soll auch das Tischtennisteam in ähnlicher Weise gefördert werden. 

„Dann sind wir nächstes Jahr sicher auch wieder ganz vorne dabei“, hofft Tischtennis-Ass Oliver Böhle. Denn dass die Schule als JTFP-Partnerschule 2014 wieder am Bundesschulwettbewerb teilnehmen wird, steht für Schüler wie Lehrerin außer Frage. Vorher gilt es jedoch noch, Daumen zu drücken: Denn im September stehen noch die Finals für Leichtathletik und Schwimmen auf dem Programm. „Unser Schwimmteam hat das Landesfinale gewonnen und tritt Ende September zum Bundesfinale in Berlin an“, sagt Verena Leutz. Vielleicht gelingt es ja sogar, die dritte Medaille nach Neckargemünd zu holen. 

KIRSTEN SCHMIDT

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SRH Stephen-Hawking-Schule

Eine staatlich anerkannte Privatschule mit einem breiten Angebot sowohl für Körperbehinderte als auch für nicht behinderte Kinder.