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Die volle Auswahl

Das Leben ist viel zu kurz für nur eine Leidenschaft, ­findet ­Benedikt Quarch, Absolvent der EBS Law School.

Richter, Anwalt, Unternehmer oder Manager – Benedikt Quarch hat alle Möglichkeiten. Er gehört zum ersten Absolventenjahrgang der jungen EBS Law School, mit drei Abschlüssen, super Noten und doch mehr im Kopf als nur Paragrafen.

Zu Schulzeiten wollte Benedikt Quarch noch Torwart, Lehrer oder Notar werden. Aus Torwart und Lehrer ist er inzwischen herausgewachsen, für eine juristische ­Karriere stehen die Chancen dagegen alles andere als schlecht. Im Februar hat der 23-Jährige die Erste Juristische Prüfung geschafft, die jeder angehende Jurist vor dem Referendariat bestehen muss. Der Abschluss gilt als anspruchsvoll: Nur knapp jeder Dritte schafft mindestens neun Punkte und damit ein sogenanntes Prädikatsexamen. Benedikt Quarch hat es auf 15,6 Punkte gebracht. Ein wirklich herausragendes Ergebnis (siehe Grafik rechts).

Wenn Quarch später im zweiten Staatsexamen ähnlich gut abschneidet, steht ihm die komplette ju­ristische Palette offen. Er kann als Richter oder Staats­anwalt, als Anwalt in einer renommierten Kanzlei, als Syndikus in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder eben mit Zusatzausbildung als Notar durchstarten.
Ausgemachte Sache ist das – trotz der Traum­noten – aber längst nicht. Denn Benedikt Quarchs Herz schlägt noch für verschiedenste andere Leidenschaften – für Wirtschaft zum Beispiel. „Die hat mich schon als Schüler interessiert“, erinnert sich der gebürtige Aachener. Schon damals hat er mit seinem Team „FencePromotion“ erfolgreich einen Businessplan geschrieben: Die vier Schüler schaffen es mit ihrem Konzept zur Vermarktung von Werbeflächen auf Zäunen beim Deutschen Gründerpreis für Schüler 2011 auf Platz elf unter mehr als 1.000 Wettbewerbern. In ihrer Heimatregion gewinnen sie sogar – und kassieren 500 Euro Preisgeld. Folgerichtig plant der Abiturient die Managementkarriere bei der Studienwahl damals gleich mit ein: An der EBS Law School (siehe Kasten) in Wiesbaden lässt sich durch einen besonderen Studienaufbau zusätzlich zum Bachelor in Jura und der Ersten Juristischen Prüfung auch noch ein Master in Betriebswirtschaftslehre ablegen – also drei Abschlüsse in gerade einmal fünf Jahren. Die enge Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsflügel der privaten Universität für Wirtschaft und Recht macht das möglich.

Neben Recht und Wirtschaft begeistert sich der Sohn eines Richters und einer Lehrerin zudem schon früh für Politik: „Als Schüler habe ich lange politische Arbeit in Schülerorganisationen und zum Beispiel auch im Bürgerforum der Stadt Aachen gemacht“, berichtet er. Dabei stellte er fest, dass Politikern oft der Draht zur jungen Bevölkerung fehlte. „Insbesondere die modernen Medien – Snapchat, Facebook, Instagram – werden zum Teil bis heute vernachlässigt“, findet er.

Passionierter Gründer

Doch Quarch wäre nicht Quarch, wenn er diese Beobachtung einfach auf sich beruhen lassen würde. Stattdessen gründet der damals 19-Jährige 2012 mit seinem Schulfreund und Co-Preisträger Phillip Eischet das Beratungsunternehmen QE Innovative Consulting, mit dem die beiden bis heute Social-Media-Konzepte für Städte und Gemeinden entwickeln. Ihre ersten Kunden mussten sie per Kaltakquise überzeugen: „Wir haben jede Menge Leute angeschrieben und angerufen. Das war ziemlich mühsam“, sagt Quarch. Aber auch lehrreich: „Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass harte Arbeit am Ende belohnt wird.“ 
Das gilt auch für sein Studium. Zwar legt die EBS großen Wert auf gute Betreuung: „Wir wollen jedem Studierenden helfen, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen“, sagt der Universitätspräsident und Dekan der EBS Law School, Prof. Dr. Markus Ogorek. Und auch Benedikt Quarch lobt die gezielte Vorbereitung. Dennoch ist das begehrte Prädikatsexamen nur mit Fleiß und Disziplin zu schaffen: „Ein Jahr lang jeden Tag Karteikarten mit Lernstoff abarbeiten, ist schon hart.“ 

Nach den Klausuren des ersten Staatsexamens im Herbst 2015 gönnt er sich deshalb erst einmal eine ausgedehnte Reise nach Asien, bevor er sich in die finale Paukerei für die mündliche Staatsprüfung stürzt. Die Reisekasse ist gut gefüllt. Eine große Wirtschaftskanzlei hat kurz zuvor seine Bachelorarbeit zum EU-Recht mit 5.000 Euro unterstützt. Verbunden mit der Zusage, dass er einen Teil seines Referendariats dort verbringen kann. Doch damit hat es Benedikt Quarch nicht so eilig. Nach dem Masterstudium, das er Ende des Jahres abschließen möchte, will er zunächst an der EBS promovieren. 

In seiner Doktorarbeit wird es um die Regulierung von Online-Kreditportalen wie Auxmoney gehen, wo sich Privatleute gegenseitig Geld leihen können. Auch Quarch hat sich die insgesamt rund 56.000 Euro für sein Studium geliehen. „Meine Eltern damit zu belasten, kam für mich gar nicht infrage“, sagt er. Stattdessen hat er Geld aus dem Bildungsfonds der EBS Alumni erhalten. Je nach Verdienst muss er später selbst einen Teil seines Gehaltes in den privat organisierten Fonds einzahlen, damit andere aussichtsreiche Studienanwärter unterstützt werden können: „Ich finde es gut, dass mein Geld später anderen Studierenden zugutekommt. Das fühlt sich besser an als ein Bankkredit“, findet der Absolvent. 

Damit neben der Jura-Promotion und seinem Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Staatsrecht die Wirtschaft und das Unternehmertum in seinem Leben nicht zu kurz kommen, hat der 23-Jährige gerade das nächste Unternehmen gegründet: Geld-fuer-Flug.de soll Airline-Kunden helfen, schneller und bequemer an ihr Geld für stornierte oder nicht angetretene Flüge zu kommen. Dazu prüft das Start-up die Erstattungsan­sprüche, beispielsweise für Steuern und Gebühren, kauft erstattungsfähige Tickets mit einem Abschlag an und treibt das Geld selber ein – ein echter Job für Juristen mit Finanzverstand. Aber auch eine wissenschaftliche Karriere als Professor kann Quarch sich gut vorstellen. Dem einstigen Berufswunsch Lehrer wäre er damit ­wieder ein Stück nähergekommen: „Nur ins Tor stellt mich garantiert keiner mehr.“ 

Text Kirstin von Elm Foto: EBS Universität / Erik Schumacher

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht

Die EBS Universität (früher: European Business School) wurde 1971 als private Business School für Wirtschaftsthemen in Oestrich-Winkel gegründet. Seit 2011 bietet sie zudem juristische Abschlüsse an. Derzeit sind rund 300 Studenten an der Law School in Wiesbaden immatrikuliert, zusammen mit dem Wirtschaftszweig hat die EBS 2.300 Studenten und ebenso viele Teilnehmer an Weiterbildungsprogrammen. Das Jura-Studium lässt sich gestalten: Vor der Ersten Juristischen Prüfung (Nachfolgerin des 
1. Staats­examens) für die Laufbahn als Anwalt oder Richter können die Studenten mit dem Bachelor of Laws (LL.B.) einen zusätzlichen berufsqualifizierenden Abschluss für eine Karriere in der Wirtschaft machen. Die Law-Bachelor haben zudem die Option, in einem Semester einen Master in Betriebs- wirtschafts­lehre für Juristen oder in zwei Semestern einen Master in Finanzen, Management, Immobilien oder Automobilmanagement an der EBS Business School anzuschließen. 2011 erhielt die EBS das Promotions- und Habilitationsrecht. Im CHE Hochschulranking erzielt sie regelmäßig Spitzenwerte. Im „­Mas­ter­ in Management“-Ranking der „Financial Times“ belegt die Business School der EBS Univer­sität weltweit den zwölften Platz, bundesweit festigt sie Platz zwei. Seit Mitte 2016 gehört die EBS zur SRH.

www.ebs.edu

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