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Die Weltenbummler

Studenten und Professoren berichten, wie ein Berufswunsch unter südlicher Sonne reifen kann und warum ein Auslandsaufenthalt oftmals die besten Ideen bringt.

Text Katja Stricker

Berufswunsch klar geworden

MARINA BECKER,
22 Jahre, hat gerade ihr Studium der Physiotherapie an der SRH Hochschule für Gesundheit Gera beendet und zuvor ein Semester an der Universitat de les Illes Balears auf Mallorca studiert.
„Die Zeit auf Mallorca hat mir geholfen, wichtige Weichen für meine berufliche Zukunft zu stellen. Ich bin selbstständiger geworden. So fiel es mir zurück in Deutschland gar nicht mehr schwer, für meinen ersten Job aus meinem Heimatort wegzuziehen. Den habe ich im Fachbereich Pädiatrie gesucht, weil mir die Kinder, die ich ehrenamtlich im Sportverein trainiere, in der Ferne sehr gefehlt haben. So ist unter südlicher Sonne mein Entschluss gereift: Ich möchte als Physiotherapeutin für Kinder arbeiten. Genial war, in Palma jeden Tag mit Meeresblick aufzuwachen. Das ist ein Stück Lebensqualität.“

„Ich habe wichtige Weichen gestellt.“

Marina Becker

 

 

Inspirierende Wochen

PROF. DR. IAN TOWERS,
ist Studiengangleiter und Professor für Business Administration an der SRH Hochschule Berlin. Im Rahmen des Förderprogramms Erasmus+ war der gebürtige Brite mehrfach für eine Woche im Ausland, zuletzt in Rom und Granada.
„Einmal im Jahr versuche ich, eine Gastdozentur an einer Partnerhochschule wahrzunehmen. Ich komme durch den Austausch mit meinen ausländischen Kollegen immer hoch motiviert und mit vielen frischen Ideen nach Berlin zurück. Zum Beispiel habe ich in Athen mit einer Professorin die Grundlagen für ein gemeinsames Forschungsprojekt gelegt. Und das Planspiel im Fachbereich BWL, das in Granada fester Teil des Studiums ist, hat mich sehr inspiriert.“

„Ich kehre jedes Mal hoch motiviert nach Berlin zurück.“

Prof. Dr. Ian Towers

 

 

Geben und Nehmen

CLARA VON GLASOW,
22 Jahre, studiert Jura an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel. Von Juli bis Dezember 2016 hat sie an der
Partnerhochschule in Lima (Peru) studiert und sich nebenbei sozial engagiert.
„Das halbe Jahr in Lima war für mich eine Zeit des Gebens und Nehmens: Denn neben meinem Studium habe ich ehrenamtlich bei einem Bücherprojekt für Kinder aus den Armenvierteln mitgemacht. Zweimal pro Woche habe ich mit anderen Freiwilligen stapelweise Bücher in die Siedlungen außerhalb der Stadt gebracht und mit den Kindern gemeinsam gelesen oder ihnen vorgelesen. Umgekehrt haben mir die Kids sehr dabei geholfen, Spanisch zu lernen. Der enge Kontakt mit den Einheimischen – den anderen Helfern, den Kindern und ihren Familien –, der so entstanden ist, war für mich sehr bereichernd. So habe ich Peru in ganz vielen Facetten kennengelernt.“

„Die Kinder aus dem Armenviertel haben mir Spanisch beigebracht.“

Clara von Glasow

 

 

Die große Liebe gefunden

DANIEL KRUPKA,
Referent der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften an der SRH Hochschule Heidelberg, lernte bei einem Erasmus-Austausch für Hochschulmitarbeiter in Schweden seine jetzige Frau Semra kennen.
„Für mich war die ‚Staff Week‘ unvergesslich: Ich bin meiner Frau zum ersten Mal begegnet. Semra, die an einer Hochschule in der Türkei arbeitet, kam zur Einführungsveranstaltung ein paar Minuten zu spät, der letzte freie Platz war neben mir. Welch glücklicher Zufall: Bei der Kennenlernrunde mussten wir jeweils unseren Nachbarn vorstellen, so sind wir sehr schnell ins Gespräch gekommen – und waren uns auf Anhieb sehr sympathisch. Das ist jetzt fünf Jahre her; vergangenen Sommer haben wir in Semras Heimat geheiratet. Ohne den Austausch wäre ich ihr sicherlich nie begegnet, daher rate ich jedem: Abins Ausland. Wer weiß, wer oder was dort wartet.“

 

 

Sonne, Strand – und jede Menge Bücher

SAMIRA MAHMOOD ENGUITA,
hat sechs Monate an der California State University in Fullerton/USA studiert. Zurück in Deutschland widmet sie sich nun an der SRH Hochschule Heidelberg wieder ganz ihrem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre.
„Das Campusleben in Kalifornien war in vieler Hinsicht genau so, wie ich es aus den typischen TV-Serien kannte: Die Sonne scheint, es ist immer warm – und überall wird Sport getrieben. Ich war ein halbes Jahr lang so gut wie nie alleine, weil ich in einer WG gewohnt habe und ständig Kommilitonen vorbeikamen. Gelernt haben wir im Park oder sonstwo draußen. Am Wochenende ging es zum Strand. Was ich nicht gedacht hätte: Das Studium war sehr zeitintensiv, es gab fast in allen Fächern reichlich Hausaufgaben und eine gigantische Menge an Lehrbüchern, die auf den Vorbereitungslisten standen: So viel habe ich noch nie in meinem Leben gelesen – wöchentlich locker 200 bis 300 Seiten. Jetzt kann ich querlesen.“

„Das Campusleben war wie im Fernsehen.“

Samira Mahmood Enguita

 

 

London macht Lust auf mehr

MARCO KELLER,
29 Jahre, studiert an der SRH Fernhochschule – The Mobile University den Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie & Change Management und steht kurz vor dem Abschluss. Von April bis August dieses Jahres hat er ein Auslandspraktikum bei einer Unternehmensberatung in London absolviert.
„Mit diesem Praktikum habe ich mir endlich den Traum von einem längeren Auslandsaufenthalt erfüllt und dafür sogar meinen Job als Filialleiter bei einer Bank gekündigt. Nach meinem Masterabschluss möchte ich mich beruflich neu orientieren, dabei hat mir die Zeit in London sehr geholfen. Ich habe spannende Einblicke vor allem in Tech- und Fintech-Start-ups erhalten – und unter anderem Businesspläne geschrieben und an Projekten wie Crowdinvesting gearbeitet. Und das in der faszinierenden Finanzmetropole London. Was will man mehr? Durch das internationale Netzwerk, das ich mir während meines Auslandspraktikums aufbauen konnte, kann ich mir sehr gut vorstellen, im europäischen Ausland zu arbeiten – vielleicht auch in London.“

„Für diese Stadt habe ich sogar meinen Bankjob gekündigt.“

Marco Keller

 

 

Überwältigende Gastfreundschaft

FLORIAN KIRSCHBAUM,
21 Jahre, wird bald seinen Abschluss in Wirtschaftspsychologie an der SRH Hochschule Berlin machen. Im vergangenen Jahr hat er für ein Semester an der Kadir Has University in Istanbul/Türkei studiert und dort viele neue Freunde gefunden.
„Ich hatte das Glück, während des islamischen Fastenmonats Ramadan in Istanbul zu sein. In dieser Zeit haben mich meine netten türkischen Kommilitonen fast jeden Abend eingeladen, mit ihren Familien zu Hause zu essen und später auch das Zuckerfest zu feiern. So kam ich mir schon nach wenigen Wochen gar nicht mehr als Tourist vor, sondern habe mich ein bisschen gefühlt, als würde ich dazugehören. So viel Gastfreundschaft war einfach überwältigend.“

„Ich durfte fast jeden Abend beim Fastenbrechen mitfeiern.“

Florian Kirschbaum

 

 

Kollegen endlich persönlich kennengelernt

DOROTHEE STEINMÜLLER,
Verwaltungsmitarbeiterin an der SRH Hochschule Berlin, war im Rahmen von Erasmus+ Staff Mobility zu Besuch in Paris und Lyon. Dort konnte sie Vertreter einiger ausländischer Hochschulen persönlich kennenlernen, die Teil eines Drei-Länder-Studienprogramms sind.
„Ich betreue in Berlin den Masterstudiengang International Management und pflege daher intensiven Kontakt zu unseren Partnerhochschulen. In Paris und Lyon habe ich bei einer‚ International Week‘ Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern, die ich bisher nur von Mails kannte, persönlich kennengelernt. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, mir vor Ort ein Bild von unseren Kooperationspartnern in Frankreich zu machen: So kann ich unsere Studenten in Berlin gezielter beraten.“

 

 

 

Finanzspritzen fürs Ausland

Erasmus+ Programm der Europäischen Union (es fördert seit 30 Jahren
Auslandssemester und Praktika in mehr als 30 Ländern.)
https://eu.daad.de

Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)
www.daad.de

Das Baden-Württemberg Stipendium der Baden-Württemberg Stiftung
www.bw-stipendium.de

Nationale wie internationale Stipendien über
www.stipendienlotse.de
www.mystipendium.de


Mehr Planungstipps für das Auslandssemester oder -praktikum findet ihr hier.

 

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