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Gesundheit05.09.2012

Regierungspräsidium würdigt Schlaganfalltherapie

EIN KONZEPT, DAS LEBEN RETTET

Dr. Frank Andres (Foto: Timo Volz)

Dr. Frank Andres, Leiter der Schlaganfallstation (Stroke Unit) am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach: „Unser Angebot ist in der Region einzigartig.“

Woran lässt sich ein Schlaganfall erkennen? Und was ist im Ernstfall zu tun? Die Schlaganfallstation am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist für jeden Fall gerüstet. Aufgrund seiner hohen Standards wurde das Klinikum zum regionalen Schlaganfallschwerpunkt hochgestuft.

Jürgen S. las Zeitung, als plötzlich die Zeilen vor seinen Augen verschwammen. Er wollte etwas sagen, brachte aber kein verständliches Wort heraus. Diagnose: Hirninfarkt. Jürgen S. ist einer von rund 300.000 Menschen, die jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall erleiden. Gefäßkrankheiten des Gehirns sind inzwischen die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter.

Manche Menschen trifft es wie aus heiterem Himmel, bei anderen machen sich im Vorfeld Symptome bemerkbar. „Das Tragische daran ist, dass viele der Betroffenen diese Anzeichen zwar wahr-, aber nicht ernst nehmen und erst einmal eine Nacht drüber schlafen. Mit fatalen Folgen“, sagt Dr. Frank Andres, Leiter der Schlaganfallstation (Stroke Unit) am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. Wer entweder unter Sehstörungen oder Sprech- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen oder Taubheitsgefühlen, Schwindel oder starken Kopfschmerzen leidet, sollte bei Verdacht sofort die Notrufnummern 112 oder 19222 wählen, rät Andres. Denn jeder Schlaganfall sei ein Notfall und ein Wettlauf mit der Zeit: Werden die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, sterben sie ab.

Lyse-Medikament oder OP

Voraussetzung für eine rasche Akutversorgung ist eine modern ausgestattete Stroke Unit, in der die Ärzte schnell die Ursache des Schlaganfalls bestimmen können, etwa mithilfe eines Computer- oder Kernspintomografen. Letzteres ist am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach sogar rund um die Uhr verfügbar. Welche Therapie letztlich zum Zuge kommt, hängt vom Ergebnis der bildgebenden Untersuchung ab. Handelt es sich um einen Hirninfarkt aufgrund verstopfter Blutgefäße – wie bei vier von fünf Betroffenen – wird ein Lyse-Medikament verabreicht, das geronnenes Blut wieder zum Fließen bringt. Damit sich die Blutgerinnsel möglichst rasch auflösen, können die Neuroradiologen das Medikament über einen Katheter direkt zum Gerinnsel leiten. Große Blutpfropfen hingegen lassen sich effektiver mechanisch mithilfe einer Reuse aus den Gefäßen fischen. Liegt eine Hirnblutung als Ursache des Hirnschlags vor, wird statt der Gabe eines Lyse-Medikaments der Blutdruck perfekt eingestellt oder der Bluterguss wird operativ entfernt.

Teamgedanke ist entscheidend

Da sich Lähmungserscheinungen auf viele Körperfunktionen auswirken, ist es wichtig, im Notfall Experten verschiedener Disziplinen einzubinden. Dazu zählen etwa klinisch ausgebildete Logopäden. Sie können innerhalb kürzester Zeit feststellen, ob eine Schluckstörung vorliegt und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Dadurch verhindern sie, dass Speichel in die Lunge gelangt und es auf diese Weise zu schweren Lungenentzündungen kommt. Dank der exakt aufeinander abgestimmten Untersuchungs- und Behandlungsabläufe im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach ist die Pneumonierate deutlich gesunken.

Die Einbindung von Experten verschiedener Disziplinen und die gut verzahnten Behandlungsabläufe sind das Herzstück des Therapiekonzepts. „Dieses Konzept ist inzwischen bundesweit Standard. Therapie und Ausstattung der Stroke Unit sind in der Region einzigartig“, betont Andres. Diesen hohen Versorgungsstandard hat erst kürzlich das Regierungspräsidium Karlsruhe gewürdigt und das SRH Klinikum zum regionalen Schlaganfallschwerpunkt hochgestuft. Für Andres ist dies eine Bestätigung der hervorragenden Versorgungsqualität des Klinikums: „Bei uns werden die Patienten sicher auf höchstem Niveau versorgt.“

Georg Haiber

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SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

Das Klinikum – Fachkrankenhaus und Akutklinik in einem – verfügt über 538 Betten in den Bereichen Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin, Gefäßchirurgie und Psychiatrie.