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#frischgedacht

über die kunst des schöpferischen versagens

Der Gedanke des Scheiterns lebt in jedem, aber jeder geht anders damit um. Mir kommt spontan in den Sinn: Ich möchte lieber über Positives berichten – und doch ist mir bewusst, dass Positives auch immer mit dem Scheitern verbunden ist. So wie man Glück auch nur erkennt, wenn man unglücklich gewesen ist, Liebe oft erst schätzt, wenn man sie verloren hat. 

Jeder scheitert einmal, sei es im Privatleben oder bei der Arbeit. Zum Beispiel an der Umsetzung einer Idee. Täglich werden viele neue Unternehmen weltweit gegründet, und jeder einzelne Gründer ist sich über das Risiko des Scheiterns bewusst. Doch würden wir als Gesellschaft offen und ehrlich auch von den Misserfolgen erzählen, so könnten wir aus unseren eigenen und den Fehlern anderer nur lernen.

Die Realität sieht meist anders aus. Meine Generation steht massiv unter Druck. Sie lebt in permanenter Angst vor dem Scheitern, auch Versagen genannt. Es ist wichtig, den heranwachsenden Generationen zu zeigen, dass man gerade aus Fehlern lernt. Sich vom Scheitern nicht zu erholen, ist Alltag in unserer Generation. 
Genau dagegen stellen sich die FuckUp Nights in Berlin. Monatlich wird hier das Scheitern thematisiert. Dazu berichten Sprecher aus aller Welt von ihren Malheurs, ihren kleinen und großen Desastern. Ob Pfarrer mit Burnout, Schauspielerin mit Anlaufschwierigkeiten oder Start-up-Gründer mit finanziellen Problemen. Ganz getreu dem Motto „Sometimes you win. Sometimes you learn.“

All diese Geschichten geben uns Mut, Scheitern nicht mehr als schlecht, sondern als hilfreich anzusehen und aufzustehen, wenn wir hingefallen sind. Denn Scheitern ist eine essenzielle Komponente im Leben. Wer nicht scheitert, kann Erfolge nicht feiern.

In Deutschland wird ein besonderes Augenmerk auf Richtig und Falsch gelegt. Um gegen diese Stigmata anzugehen, wäre das gegenseitige Berichten nicht nur unserer Erfolgsgeschichten, sondern auch unserer Misserfolge, ein Schritt in die richtige Richtung. 
Den kompletten Beitrag gibt es hier: www.spam-music.de

Text Mariella Doblhofer 

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