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Studieren heute

Die Anforderungen an Berufsstarter steigen stetig. Da muss die Ausbildung mit­halten können. Zwei Studenten der SRH Hochschule Heidelberg zeigen, wie modernes Studieren geht: in kleinen Gruppen, praxisnah und mit direktem Draht zum Prof.

Vorlesungen mit mehreren Hundert Zuhörern, ein Professor, der drei Dutzend Vortragsfolien herunterbetet und Studenten, die vor lauter Theorie kaum berufspraktische Dinge beherrschen. SRH Studentin Marlene Nolden (Bild links) kennt all das – aus Erzählungen von Studenten ­anderer Hochschulen. „Ich wohne mit vielen Studenten in einer großen Wohngemeinschaft in der Heidelberger Altstadt und konnte schon so einigen mit praktischem Wissen aus meinem Studium weiterhelfen. Wie man zum Beispiel Vorträge anlegt oder mit Powerpoint arbeitet", berichtet die 22-Jährige.
Marlene Nolden studiert Wirtschaftspsychologie an der SRH Hochschule Heidelberg, und ihr Studium erinnert kaum noch an das, was die ältere Generation mit Studieren verbindet oder worüber die Medien gerne mit Schlagzeilen zu überfüllten Hörsälen oder unnahbaren Professoren berichten. „Wir sind in Vorlesungen höchstens 30 oder 35 Leute, in Übungen und Tutorien sind es meist nicht mehr als acht“, erzählt Nolden, die gerade das sechste Semester abgeschlossen hat. Das Studieren in kleinen Gruppen sei typisch für die SRH, bestätigt Christian Gerard, Expansionsmanager bei dem Gesundheits- und Bildungsunternehmen. Das sei Prinzip.
Zehn private, staatlich anerkannte Hochschulen betreibt die SRH und bietet ihren zurzeit rund 12.000 Studenten so ein breites Spektrum von Studiengängen, von technischen und wirtschaftlichen über künstlerische bis hin zu psychologischen und medizinischen Fächern (siehe auch Kasten S. 13). Manche Berufe, etwa einige aus den Therapiewissenschaften, lassen sich hierzulande nur bei der SRH studieren. Jüngster Hochschul-Zugang ist die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich- Winkel und Wiesbaden. Sie ermöglicht im Hochschulverbund das gesamte Spektrum vom Bachelorstudium bis zur Habilitation.

Strandatmosphäre auf dem SRH Campus in Heidelberg: Anfang Juli traten bei der SRH Beach Challenge Schüler- und Studententeams unter anderem im Beachvolleyball gegeneinander an. Im Hintergrund der blaue SRH Tower.

 

Praxisnähe im Fokus

Nicht nur das Lernen in kleinen Gruppen macht Marlene Noldens Studienalltag so besonders. Es ist auch das CORE-Prinzip, nach dem alle Studiengänge in Heidelberg und immer mehr auch an anderen SRH Hochschulen organisiert sind. Das Studienmodell setzt auf aktives und eigenverantwortliches Lernen, auf Kompetenz- statt nur Theorievermittlung. „Es geht viel darum, dass wir – mit Unterstützung unserer Dozenten – lernen, uns Dinge selbst zu erarbeiten“, erklärt Nolden. „Und das Gelernte dann auch praktisch umzusetzen, statt es nur stumpf für die nächste Prüfung parat zu haben“, ergänzt sie und gibt ein Beispiel: Wirtschaftspsychologen suchen beispielsweise in Unternehmen Bewerber aus. Also leiten die Studenten auch mal ein fiktives Bewerbungsgespräch und erfahren hautnah, dass ihnen gewisse Kenntnisse und Fertigkeiten wie Gesprächsführung oder arbeitsrechtliche Hintergründe noch fehlen. „Diese erarbeiten wir uns dann nach und nach einzeln oder in kleinen Gruppen und werten unsere Ergebnisse gemeinsam mit dem Dozenten aus. Am Ende ist ein Thema dann rund“, stellt die angehende Wirtschaftspsychologin fest.Das Studium nach dem CORE-Prinzip ist jeweils in Fünf-Wochen-Blöcke unterteilt: In ihnen beschäftigen sich die Studenten in ein bis zwei Fächern jeweils mit einer praxisnahen Fragestellung und betrachten sie aus verschiedenen Blickwinkeln. Das kann in Vorlesungen, Gruppenarbeiten, Fallstudien, Rollenspielen, Experimenten, praktischen Übungen oder im Selbststudium geschehen. Ein Professor hat jeweils den Hut für einen Fünf-Wochen-Block auf und zieht passende Dozenten für einzelne Aspekte und Inhalte hinzu: Fachleute aus der Forschung, Praktiker aus Firmen, Trainer, Psychologen, Mediziner … Durch die Nähe aller SRH Hochschulen zu den SRH Kliniken und anderen SRH Unternehmen ist die aktuellste Expertise immer zur Hand, und es können Kooperationen und Praxisprojekte umgesetzt werden, von denen beide Seiten profitieren.

 

 

* 100 % = Studenten aller Hochschularten (öffentlich, privat, kirchlich) jeweils zum Wintersemester

 

Abschied vom Bulimielernen

Am Ende eines Blocks wird das Erlernte geprüft, wobei eine klassische Klausur nur eine von zwei Dutzend mög­lichen Prüfungsformen ist. „Klar bedeutet dieser Rhythmus, dass man immer am Ball bleiben muss“, gibt Mar­lene Nolden zu. Wer am Anfang eines Themas einen Durch­hänger hat, muss sich sputen. „Aber für solche ­Fälle gibt es gute Hilfsangebote. Und wir helfen uns un­ter­einander – auch zwischen den einzelnen Jahrgängen. Man kennt sich ja.“Durch das CORE-Prinzip ersparen sich die Studenten die geballte, allein auf die Prüfung abzielende Paukerei am ­Semesterende – auch gerne Bulimielernen genannt. Dafür erhalten sie ein kontinuierliches Feedback über ihre Leistungen. So fällt schnell auf, wenn jemand nicht mitkommt und Unterstützung benötigt, meint SRH Manager Christian Gerard. „Schließlich haben wir unseren Studenten gegenüber eine Verantwortung. Sie bezahlen nicht für ihr Zeugnis, sondern für eine optimale Betreuung wäh­rend des Studiums.“Andre Hopp (Bild links) zahlt monatlich 590 Euro für sein Studium. Der gelernte Erzieher studiert im vierten Semester Soziale Arbeit an der SRH Hochschule in Heidelberg. Mit Bafög, einem Studienkredit und Nebenjobs in Kindergärten und einer integrativen Behindertengruppe bekommt er seinen Lebensunterhalt ganz gut gestemmt, erklärt er. CORE-Studenten haben in aller Regel nur halbtags Unterricht, ein Tag pro Woche ist komplett frei. „Das lässt einem wirklich ausreichend Zeit zum Lernen und zum Arbeiten“, sagt der 26-Jährige, der mit seiner Freundin in Heidelberg eine Wohnung teilt. „Die Vorlesungen gibt es immer auch noch digital zum Herunterladen und Nacharbeiten.“Andre Hopp ist ein Fan von CORE: „Durch die Fünf-Wochen-Blöcke komme ich viel besser in ein Thema rein, als wenn ich das Fach über ein halbes Jahr nur einmal pro Woche hätte“, findet er. „Und alles greift gut ineinander. Den Stoff aus der ersten Woche brauche ich, um die Aufgaben in der vierten zu lösen. Und die Grundlagen vom Beginn des Studiums werden später vertieft. Alles taucht wieder auf.“

 

 

* Zwischenstand zum Sommersemester 2016

 

Nahbare Professoren

Für die Dozenten bedeutet die moderne Form des Studierens eine gehörige Umstellung, meint Prof. Dr. ­Rüdiger Fischer. Er ist Leiter des Gründer-Instituts der SRH Hochschule Heidelberg und gibt Entrepreneur-Vor­lesungen in allen Studiengängen der Hochschule. „Es ist sehr leicht, einen Vortrag vor einer großen Gruppe zu halten. Man arbeitet seine Folien ab und fertig. Fragen stellt in so einem Plenum nie jemand. In kleinen Gruppen dagegen funktioniert so ein Vorgehen überhaupt nicht“, weiß er. Kleine Gruppen lassen viel mehr Raum für Fragen und Diskussionen, die mal in die eine, mal in die andere Richtung führen. „In gewisser – und positiver – Weise sind Sie als Dozent nicht mehr Herr der Veranstaltung. Das macht das Lehren anstrengender als früher, weil man nie weiß, was kommt. Aber es ist auch spannender“, sagt Fischer. Die allermeisten Dozenten setzen zudem bewusst auf eine Politik der offenen Tür. „Viele Studenten haben sogar die Handynummer ihres Profs“, erzählt Christian Gerard. „Das war zu meinen Studienzeiten völlig undenkbar.“ Auch Andre Hopp weiß die Nähe zu seinen Dozenten zu schätzen. „Sie kennen uns mit Namen und sind immer erreichbar – per E-Mail oder Telefon. Oder man darf schnell in der Mittagspause bei ihnen reinschauen, wenn’s brennt.“ Von Freunden, die an anderen Hochschulen studieren, kennt er ganz andere Geschichten. Beide Studenten, Hopp wie Nolden, beruhigt es, dass sie sich durch die praxisnahe Ausbildung wahrscheinlich schneller und leichter in ein Unternehmen integrieren werden können. Bis sie die Probe aufs Exempel machen, wird es aber noch ein bisschen dauern. Andre Hopp wird im Juni 2017 fertig. Sein Ziel: „mit schwer ­erziehbaren oder kriminellen Jugendlichen in der Bewährungshilfe oder in einer Justizvollzugsanstalt arbeiten.“ Marlene Nolden hat ihr Studium gerade mit der Bachelorthesis abgeschlossen und legt ein Jahr Pause für Reisen und Praktika ein. „Danach kann ich mir durchaus ein Masterstudium vorstellen. Vielleicht in Richtung Personalpsychologie. Durch meine Fächerkombination stehen mir viele Wege offen.“ 

Text Ulrike Heitze

Fotos Andreas Reeg, SRH

„Durch die Fünf-Wochen-Blöcke komme ich viel besser in ein Thema rein, als wenn ich das Fach über ein halbes Jahr nur einmal pro Woche hätte.“

Andre Hopp, Student an der SRH Hochschule Heidelberg

CORE steht für Competence Oriented Research and Edu­­cation und wurde von der SRH Hochschule Heidelberg entwickelt. Seit drei Jahren ist das Studienmodell erfolgreich im Einsatz.
www.hochschule-heidelberg.de (CORE-Prinzip)

Studieren an der SRH

SRH Hochschule Heidelberg
Eine der ältesten und größten privaten Hochschulen. Breites Studienangebot: Rund 40 Bachelor- und Master­studiengänge an sechs Fakultäten (Wirtschaft, School of Engineering and Architecture, Sozial- und Rechtswissenschaften, Angewandte Psychologie, Information/Medien/Design, 
Therapiewissenschaften). Weltweite Partnerhochschulen. Rund 3.100 Studenten.
www.hochschule-heidelberg.de

SRH Hochschule Berlin
Schwerpunkt: Wirtschaft und Management. Zehn Bachelor- und sieben Masterstudiengänge sowie sechs akademische Weiterbildungen in Deutsch und Englisch. Themen von Marketing und ­Finanzen über Gründung bis Hotelmanagement. Campus in Berlin und Dresden. 69 Partnerhochschulen im Ausland. Rund 910 Studenten.
www.srh-hochschule-berlin.de

SRH Hochschule der populären Künste 
Spezialisiert auf Musik- und Medienwirtschaft. Sechs Bachelor- und zwei Masterstudiengänge, zum Beispiel Medien- und Audiodesign, Musikproduktion, Medienmanagement und -psychologie. Campus in Berlin. Sieben Partnerhochschulen im Ausland. Rund 540 Studenten.
www.hdpk.de

SRH Hochschule für Kommunikation und Design/DESIGN AKADEMIE BERLIN
Fokussiert auf Fächer rund um Kommunikation, Marketing, Werbung und Design. Sechs Bachelor- und zwei Masterstudiengänge, zum Beispiel Marketingkommunikation, Webdevelopment, Illustration oder Fotografie. Vier Partnerhochschulen im Ausland. Rund 290 Studenten.
www.design-akademie-berlin.de

SRH Hochschule für Gesundheit Gera
Schwerpunkt: Gesundheit. Sieben Bachelor- und fünf Masterstudiengänge wie Medizinpädagogik, Physio- und Ergotherapie, Gesundheits- und Sozialmanagement. In flexiblen Studienmodellen 
werden Spezialisten für den Wachstumsmarkt Gesundheit ausgebildet. Studienorte sind Gera, 
Heidelberg, Karls­ruhe, Stuttgart, Düsseldorf, Leverkusen und Bonn. Rund 1.000 Studenten. 
www.srh-gesundheitshochschule.de

SRH Fernhochschule – The Mobile University
Spezialisiert auf mobiles Studieren: Fernstudium von zehn Bachelor- und sieben Masterstudiengängen sowie zwei Kontaktstudiengängen. Fächerpalette von Wirtschaft über Gesundheit bis 
Naturwissenschaft. Virtueller Hörsaal, Online-Lerngruppen, bundesweit Studienzentren für 
Präsenztermine. Sieben Partnerhochschulen im Ausland. Rund 3.500 Studenten.
www.fh-riedlingen.de

SRH Hochschule für Wirtschaft und Medien CALW
Der Name ist Programm: Sechs Bachelor- und zwei Masterstudiengänge rund um Wirtschaft und Medien, zum Beispiel BWL, Controlling, Medien- und Kommunikationsmanagement, Mittelstandsmanagement. Neun Partnerhochschulen im Ausland. Rund 250 Studenten.
www.hochschule-calw.de

SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft HAMM
Schwerpunkt: Energiewirtschaft und Logistik. Vier Bachelorstudiengänge (Logistik, Energiewirtschaft, BWL, Soziale Arbeit), einige davon auch als duales Studium, Fernstudium oder berufsbegleitend. Vier Masterstudiengänge, auch als Fernstudium. Zehn Partnerhochschulen im Ausland. Rund 670 Studenten. 
www.fh-hamm.de

Universidad Paraguayo Alemana
SRH Hochschule in der paraguayischen Hauptstadt Asunción. Drei Bachelorstudiengänge: 
BWL, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik. Mit binationalem Abschluss und 
zwei Semestern an einer SRH Hochschule in Deutschland. Unterrichtssprachen sind Spanisch 
und Deutsch. Rund 180 Studenten.
www.upa.edu.py

EBS Universität für Wirtschaft und Recht 
Spezialisiert auf Wirtschaft und Recht. Zwei Bachelorstudiengänge in General Management, Jura­studium auf Staatsexamen, vier Masterstudiengänge (Management, Finanzen, Immobilien, Automobil), einige auch berufsbegleitend, akademische Managementweiterbildung. Campus in Oest­rich-Winkel und Wiesbaden. Über 290 Partnerhochschulen im Ausland. Rund 2.000 Studenten. 
www.ebs.edu 

FORUM Institut für Management
Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte. Seminare, Konferenzen, Lehrgänge, e-Learning und individuelle Inhouse-Seminare. Breite Themenpalette, unter anderem Recht, Rechnungswesen, Personal und Führungskompetenzen sowie Branchen-Know-how für Pharma, Healthcare und 
Banken. Rund 20.000 Teilnehmer.
www.forum-institut.de

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