Traut euch, Väter!

Wenn Mitarbeiter Elternzeit nehmen, profitieren alle. Das belegt eine Studie.

Noch immer gehen deutlich mehr Frauen als Männer in Elternzeit. 2018 haben dem Portal „Statista“ zufolge 1,4 Millionen Frauen Elterngeld bezogen, aber nur 433.000 Männer. Väter, die sich dafür entscheiden, länger als zwei Monate zuhause bei ihrem Kind zu bleiben, sind Ausnahmeerscheinungen. Dabei bringt das auch Vorteile für Unternehmen. Welche das sind, hat Kristin Pogorzelski, Absolventin der Wirtschaftspsychologie an der SRH Fernhochschule, in ihrer Masterarbeit untersucht. Sie hat Interviews mit Mitarbeitern geführt, die in den letzten zwei Jahren für mindestens zwei Monate Elternzeit genommen haben. Darunter waren ein Pilot, ein Sozialarbeiter, ein Assistenzarzt und ein Technischer Leiter. 

Das Ergebnis: Wenn Unternehmen ein familienfreundliches Umfeld schaffen und Väter dabei unterstützen, in Elternzeit zu gehen, sind die Mitarbeiter zufriedener und motivierter. Sie fühlen sich ihrem Unternehmen stärker verbunden. Negative Erlebnisse am Arbeitsplatz führen hingegen zu Distanzierung oder Kündigung. In Zukunft wird Familienfreundlichkeit noch bedeutsamer und zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. Dieser Wertewandel in der Generation Y der 80er und 90er Jahre sowie der Generation Z der 2000er Jahre zeichnet sich schon heute ab. Ob Väter sich dafür entscheiden, in Elternzeit zu gehen, ist davon abhängig, welche Reaktionen sie von Vorgesetzten und Kollegen vermuten und davon, wie selbstverständlich andere Männer Elternzeit vorleben. Deshalb: Traut euch, Väter! 

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